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Rwang

Die Besiedelung Whenuas durch seine derzeitigen Herrscher und deren Volk hatte ihren Ursprung im Norden, jenseits des verbrannten Landes, im Imperium. Von dort aus schickte der Imperator Erkundungstrupps und Soldaten aus, um das Territorium des Imperiums zu vergrößern. Als diese Eroberer in Whenua eintrafen, lebten die Rwang schon seit vielen Generationen hier. In kleinen Familienverbänden und Stämmen nomadisierten sie durch den Urwald und lebten im Einklang mit der Natur, soweit das möglich war.

Als die Eroberer zum ersten Mal auf die Einheimischen trafen, litten sie an argen Verständigungsproblemen. So ist auch die Bezeichnung „Rwang“ eigentlich ein Missverständnis, denn es war der Name des Stammes, auf dessen Mitglieder die Eroberer trafen. Diese pauschalisierten den Stammesnamen sofort zum allgemeinen Begriff für die Waldbewohner und deshalb werden sie bis zum heutigen Tage so genannt.

Auch das Wort „Whenua“ stammt aus der Sprache der Rwang und bedeutet nichts anderes als „Land“.

Die ersten Kontakte zwischen den Rwang und den Siedlern waren friedlicher Natur. Man beschnupperte einander, tauschte Waren aus und versuchte, die fremde Kultur zu verstehen. Sehr bald kamen die Siedler jedoch zu dem Schluss, dass die Rwang primitive Eingeborene waren, die keine Häuser oder gar Städte bauten, keine Münzwährung kannten und bis auf einige Piktogramme und religiöse Symbole keine Schrift hatten. Deshalb wurden die Rwang als minderwertig eingestuft, eine Einstellung, die sich in Whenua bis zum heutigen Tag gehalten hat.

Die Siedler aus dem Imperium begannen, sich in Whenua niederzulassen und den Urwald zu roden, denn sie brauchten das Holz zum Bauen und das Land, um Ackerbau und Viehzucht zu betreiben. Dabei drangen sie unweigerlich in den Lebensraum der verschiedenen Rwang-Stämme ein. Diese verteidigten ihr Gebiet, und so begann im Norden des Landes, in der Gegend des heutigen Ostarium, ein veritabler Guerillakrieg.

Zunächst hatten die Rwang die besseren Karten, denn sie befanden sich auf bekanntem Gebiet und setzten den Siedlern besonders durch ihre Schamanen zu. Diese riefen die Geister der Natur an, sodass die Ernten der Siedler verdorrten, unter dem Vieh Seuchen ausbrachen und auch die Menschen mit Krankheiten zu kämpfen hatten. Allerdings hatten die Siedler in den Ruinen von Muscha’Lim, auf denen sie später Ostarium erbauen sollten, viele verlassene Schätze und Artefakte gefunden. Die Aussicht auf unermessliche Reichtümer ließ einen Krieg gegen die Ureinwohner sinnvoll erscheinen. So nahm es der Imperator selbst auf sich, mit einem 10.000 Mann starken Heer dem schwarzen Fluss durch das verbrannte Land zu folgen und Whenua zu befrieden. Mit ihm kamen viele Magier, die später die Lex Arcana gründen sollten, und deren weitaus aggressivere Magie unmittelbar mehr Schaden verursachen konnte als die langfristig ausgelegten Zauber der Schamanen.

Insbesondere die Uneinigkeit zwischen den einzelnen Rwang-Stämmen wurde dem Volk als Gesamtheit nun zum Verhängnis. Generationenlang waren zwischen den einzelnen Familien Fehden um Jagdreviere und Lagerplätze geführt worden. Selbst im Angesicht der enormen Bedrohung durch das imperiale Heer konnten sie keine Einigkeit finden und wurden deshalb Schritt für Schritt von ihrem Land vertrieben. Stämme, die tiefer in den Urwald flüchteten, drangen dadurch selbst in das Gebiet dort lebender Rwang ein, und da sie untereinander um die verbleibenden Reviere kämpften, spielten die Rwang dem Imperator noch weiter in die Hand. Es dauerte nur vier Generationen, ehe der größte Teil Whenuas unter der Kontrolle der Siedler stand und die Rwang ihre Welt verloren hatten.


Rwang im Jetzt

Die Siedler hielten sich den Rwang für überlegen und an dieser Einstellung hat sich bis heute wenig verändert. Die Whenuer halten die Rwang und deren Lebensweise für primitiv, ihrer Meinung nach sollten die Rwang sich komplett an die Lebensweise der Whenuer anpassen, und hätten dadurch viel gewonnen. Ein Rwang gilt wenig in Whenua; weder sein Wort noch sein Leben. Zwar gelten sie vor dem Gesetz als Bürger und haben dementsprechende Rechte, doch die meisten sind ungebildet, können weder lesen noch schreiben und haben keine Ahnung von ihren Rechten. Ihre Armut und die Verachtung der Whenuer machen sie zu Bürgern zweiter Klasse.

Natürlich erwidern die Rwang die Gefühle der Whenuer aus tiefstem Herzen. Sie wurden von ihrem Land vertrieben und in die Armut gezwungen und machen dafür die Whenuer verantwortlich.


Die aktuellen Lebensweisen der Rwang

Die Traditionellen

Es gibt nur noch wenige Rwang-Stämme, die den traditionellen Wegen ihres Volkes folgen können. Sie leben fast ausschließlich in Linsar, wo es noch große, unberührte Waldflächen gibt und es gehen sogar Gerüchte um, dass tief im Südwesten des Quarters Stämme leben, die noch nie Kontakt zur Außenwelt hatten.

Die traditionellen Rwang sind ausschließlich Jäger und Sammler. Sie betreiben weder Ackerbau noch Viehzucht. Sie bezeichnen sich selbst niemals als Rwang, sondern führen ihren eigenen Stammesnamen.

Aussehen: Das Aussehen der traditionellen Rwang verändert sich von Norden nach Süden, weil es im Norden von Whenua warm und subtropisch ist, aber im Süden viel kälter. GEMEINSAM ist allen Rwang-Stämmen ihre Vorliebe für Amulette und Schmuck aus Knochen, Federn, Leder oder Steinen und Muscheln. Typisch sind auch die auffälligen Tätowierungen, besonders jene im Gesicht. Während die Männer sehr oft das ganze Gesicht mit einem kriegerischen „Moko“ bedeckt haben, beschränken sich die Frauen meistens darauf, die Lippen und das Kinn zu tätowieren. Auch am Körper tragen viele Rwang Tätowierungen. Die Haare werden meistens lang getragen; entweder in praktischen Zöpfen, glatt herabhängend oder als Rastazöpfe und Dreadlocks.

Im Norden beheimatete Rwang tragen nur wenig Kleidung. Meistens beschränken sie sich auf einen Lendenschurz und Gürtel. Dafür tragen sie weit mehr Tätowierungen, auch am Körper. Ihre Häuser sind kleine Hütten aus Lianen und großen Blättern, deren Bau nur wenige Stunden dauert. Es gibt allerdings fast keine ursprünglich lebenden Stämme im Norden Whenuas mehr.

Je weiter man nach Süden kommt, desto umfangreicher wird die Kleidung der Rwang. Da fast alle traditionellen Stämme in Linsar, also weit im Süden leben, kennt man die Rwang heutezutage fast nur in klassischer Lederkleidung, mit Mokassins oder sogar schweren Lederstiefeln, und warmen Fellen im Winter. Sie bauen feste Häuser aus Holz für den Winter und nur wenige haben Sommerquartiere, wo sie mit Zelten oder leichten Unterständen campieren.

Bewaffnung: Die typischen Waffen der Rwang sind aus Holz, Stein und Knochen. Sie verwenden Speere, Bögen und Messer. Waffen aus Metall, wie zum Beispiel Schwerter, können sie nicht selbst herstellen, aber manche haben sie gegen andere Waren eingetauscht und verwenden sie.

Hierarchie: Die Leitung eines Stammes haben stets der älteste Schamane sowie der tapferste Jäger inne, in beiden Fällen entweder ein Mann oder eine Frau. Während der Schamane seinen Posten bekleidet, bis er stirbt oder einen Nachfolger ernennt, wird der tapferste Jäger jedes Jahr während des „Matapu“ neu erkoren. An diesem Wettkampf dürfen alle erwachsenen Stammesmitglieder teilnehmen, und müssen ihr Geschick auf der Jagd, im Kampf und in der Politik beweisen. Der tapferste Jäger führt den Stamm zu verschiedenen Lagerplätzen und bestimmt, wer mit zur Jagd darf. Er spricht auch für den Stamm, wenn es zu Verhandlungen mit einem anderen Stamm kommt, wobei er vom ältesten Schamanen beraten wird. Der Schamane beschützt den Stamm vor Seuchen und Unglück und kann sowohl Verletzungen behandeln, als auch gegen Krankheiten vorgehen. Er spricht mit den Geistern der Ahnen und der Natur, und kann auch Flüche aussprechen oder die Gewalten der Natur anrufen, um die Seinen zu verteidigen. Außerdem ist er der Hüter der Traditionen, der Geschichten, und Schiedsrichter in jedem Streitfall.

Es ist bei den Rwang üblich, dass der Stamm gemeinsam Reisen in die Geisterwelt antritt oder um Visionen bittet. Hier wirkt der Schamane als Führer und Schützer in der Welt des Übernatürlichen. Er bereitet auch die Kräuter zu, die als Sud oder Pulver eingenommen, den Geist für die übernatürliche Welt empfänglich machen. Die erste Reise in die Geisterwelt tritt ein Rwang traditionell an seinem zwölften Geburtstag an. Auf dieser Reise soll der Rwang sein Totemtier erkennen, das sich ihm in einer Vision offenbart. Schlägt diese Reise fehl, gilt das als sehr schlechtes Omen. Oft springt dann der Schamane selbst ein und führt den jungen Rwang an der geistigen Hand zu seinem Totem.

Ein Rwang-Stamm ist ein Familienverband, in dem die meisten Mitglieder zumindest über fünf Ecken miteinander verwandt sind. Deshalb ist es Tradition, dass insbesondere junge Männer den Stamm verlassen und sich einer anderen Familie anschließen. Die Rwang sind auf diesen Austausch der Blutlinien so angewiesen, dass sich Rwang-Männer sogar Familien anschließen dürfen, mit denen ihr eigener Stamm bitter verfeindet ist, obwohl das natürlich nicht oft vorkommt.

Die Ehe: Die Rwang kennen eine Form der Ehe, die aber mehr einem Vertrag entspricht, der von den Eltern der betroffenen Eheleute und dem Schamanen aus dem Stamm der Frau verhandelt wird. Dies geschieht meistens, nachdem die Eheleute an ihre Eltern herangetreten sind, und ihre Absicht kundgetan haben. Traditionell muss der Mann der Familie der Frau ein teures Hochzeitsgeschenk überbringen, da er dem Vater der Braut die Tochter wegnimmt. Kommt die Ehe zustande, schließt sich der Mann meistens dem Stamm der Braut an, falls er nicht bereits in diesem lebt. Es ist unüblich, dass die Braut dem Stamm ihres Mannes beitritt, aber nicht verboten.

Ehen, die kinderlos bleiben oder sich aus anderen Gründen als unglücklich herausstellen, können in aller Form vor dem Schamanen des Stammes, in dem das Paar lebt, gekündigt werden. Sind beide Eheleute damit einverstanden, können sie ohne weiteres getrennte Wege gehen. Will nur einer der beiden die Trennung, muss er sich vom anderen freikaufen, zu einem Preis, den der Schamane festlegt. Haben einer oder beide Ehegatten zum Zeitpunkt der Trennung bereits neue Ehepartner im Auge, dann entrichtet dieser neue Partner den Trennungspreis an den alten Ehepartner, und gilt damit bereits formell als neuer Ehegatte. Wurde zum Zeitpunkt der Trennung noch kein neuer Partner gefunden, so wendet sich ein geschiedener Mann meistens seiner eigenen Familie oder, falls er seinen Stamm verlassen hat, einer verwitweten Frau zu, die für ihn kocht, seine Kleidung näht, und in deren Hütte er schlafen darf, bis er eine neue Frau gefunden hat. Geschiedene Frauen ziehen mit ihren Kindern meistens in die Familie ihres Vaters zurück oder werden, falls das nicht möglich ist, mitsamt ihren Kindern vom ältesten Schamanen des Stammes adoptiert, in dem sie leben.

Wirtschaft: Wann immer die Rwang miteinander Geschäfte machen, Hochzeitsgeschenke überbringen, sich freikaufen oder Buße für einen Verstoß gegen die Gesetze der Gesellschaft zahlen müssen, handelt es sich um Naturalien. Sie kennen keine Münzen, sondern werten jeden Gegenstand, jedes Fell und jedes Nahrungsmittel nach seiner Wichtigkeit und Brauchbarkeit im täglichen Leben.

Gesetze: Die Gesetze der Rwang entsprechen ihren Lebensumständen. Es ist verboten, einen anderen zu verletzen oder gar zu töten. So ein Vergehen wird schwer bestraft, manchmal sogar mit der Verbannung oder dem Tod. Auch Diebe werden meistens verbannt, denn einen Dieb kann kein Familienverband brauchen. Wer jemand anderem durch einen Unfall Schaden zufügt, muss mit Bußzahlungen rechnen.

Auch Lüge und Betrug werden je nach Schwere des Vergehens mit Bußzahlungen belegt. Hier entscheidet immer der oberste Schamane des Stammes, wie hoch die Strafe ist. Wenn der Verurteilte sein Bußgeld nicht zahlen kann, so muss er dem Stamm seine Schuld durch Arbeit ausgleichen. Auch hier entscheidet der älteste Schamane, wann die Strafe zur Genüge abgearbeitet ist.

Zusätzlich gelten auch Verstöße gegen die Naturgesetze oder Schmähungen und Schändungen religiöser Art als sträflich. Zum Beispiel darf ein Jäger kein Muttertier erlegen, das gerade Junge hat, selbst in Zeiten des Hungers nicht. Auch Jungtiere, die noch von der Mutter versorgt werden, sind vor den Jägern sicher. Plätze, die als geweiht oder sogar heilig gelten, dürfen nur unter besonderen Bedingungen und unter Anleitung eines Schamanen betreten werden. Die verstorbenen Ahnen dürfen weder durch Wort noch Tat geschmäht werden, damit sie dem Stamm nicht zürnen, und das gilt auch für die Geister der Natur.

Die Nomaden

Die Nomaden sind oft komplette Stammesfamilien, die ihren ursprünglichen Lebensraum verloren haben und nun mit ihrem gesamten Hab und Gut auf Wanderschaft sind. Dieses führen sie meistens in großen Wagen mit sich, in denen sie auch selbst leben. Die Nomadenfamilien verdienen sich ihren Lebensunterhalt meistens als fahrende Heiler, die von Dorf zu Dorf ziehen und sich um die Kranken und Verletzten kümmern, sowie Heilkräuter und Medizin verkaufen. Sehr viele Menschen vertrauen solchen fahrenden Heilern ihre Gesundheit an, obwohl kaum jemand das zugeben würde. Darum campieren die Wagen meist ein Stück außerhalb der Dörfer. Wieder andere Rwang treten als Artisten auf und zeigen Kunststücke vor, tanzen oder sagen die Zukunft voraus. Diese umweht stets ein Hauch von Anrüchigkeit und viele Menschen begegnen ihnen mit Misstrauen, weil sie angeblich gegen Geld Menschen und Tiere verfluchen können. Generell bleiben die Nomadenfamilien stark für sich, was Vorurteilen und Gerüchten gegen sie weitere Nahrung gibt. Viele folgen innerhalb ihrer Familie alten Traditionen, haben einen ersten Jäger und einen ältesten Schamanen, halten ihre traditionellen Riten ab und folgen ihren alten Gesetzen. In einer Welt, die Ihresgleichen gering schätzt, ziehen sie ihren Stolz aus der Familie.

Aussehen: Die Nomaden in ihren Planwagen bieten mitunter einen sehr abenteuerlichen Anblick. Viele tragen eher traditionelles Gewand oder sogar Tätowierungen, vermischt mit der Kleidung und dem Schmuck der Whenuer, den sie eingetauscht oder verdient haben. Gerade durch diese bunt gemischte Tracht ist auch offensichtlich, dass die Nomaden irgendwie in beiden Welten daheim sind – und gleichzeitig in keiner von beiden wirklich.

Eine andere Form des Nomadentums ergibt sich durch einzelne Rwang, die sich meistens als Trapper im kalten Süden verdingen. Sie leben als Fallensteller und verkaufen Felle, manchmal schürfen sie auch nach Gold. Es sind fast immer Verbannte, die ihre Familien verlassen mussten, und selten sind sie eine angenehme Gesellschaft.

Die Hüttenbauer

Fast jede größere Stadt Whenuas hat einen Rwang-Slum, in dem vertriebene Rwang ihr Dasein fristen. Sie arbeiten zumeist als Tagelöhner bei Fischern oder an den Docks, wenn es einen Hafen gibt. Im Landesinneren arbeiten sie als Hilfsarbeiter auf den Feldern, die ihren früheren Lebensraum bedecken. Ihre Hütten sind ärmlich und meistens aus dem Sperrmüll der Whenuer zusammen gezimmert. Die Rwang-Slums sind großteils in Überschwemmungsgebieten von Flüssen, Marschen oder sogar Meeren zu finden, und da die Hütten oft durch Fluten zerstört und dann wieder aufgebaut werden, ändert sich das Aussehen der Slums ständig. Rwang Familien, die in erster Generation in den Slums leben müssen, zeichnen sich meistens durch einen gebrochenen Blick und ihre tiefe Verzweiflung aus. Rwang, die bereits in den Slums geboren werden, kennen nur ein Ziel: die Slums verlassen. Der einfachste Weg scheint für viele der Armeedienst zu sein, denn als Soldat braucht man keine Bildung. (Näheres hierzu liest du bei „Das stehende Heer“) Die Slums haben eine eigene Gesellschaftshierarchie. Man findet auch hier Schamanen, alte Bräuche und manchmal sogar Familienverbände, die an eine richtige Mafia heranreichen. Die Armut macht die Menschen hart und gewaltbereit. Viele der jungen Rwang lehnen die Lehren der Älteren ab, denn diese werden von der Gesellschaft Whenuas immer noch als unzivilisiert verachtet. So kommt es, dass speziell die großen Städte Whenuas auf einem Pulverfass aus jungen, armen Menschen sitzen, die entwurzelt sind, keine Moral anerkennen und fast nichts zu verlieren haben.

Aussehen: Die Rwang in den Slums sind bitterarm, und das sieht man ihnen auch an. Sie tragen zerschlissenes, altes Gewand, und weit im Norden, wo es warm ist, oft überhaupt nur das Nötigste. Wer ein paar Schuhe hat, egal wie kaputt, gilt als reich. Selbst die typischen Tätowierungen können oft nur mit schlechten Mitteln gemacht werden und sind daher meistens ungleichmäßig oder verblasst.

Die Mischlinge

Natürlich ist es in der Geschichte Whenuas zu den verschiedensten Vermischungen von Rwang und Whenuern gekommen. Mischlinge können jeder Gesellschaftsschicht entspringen und unterschiedlichste Lebenswege haben. Manchen bleibt der Makel ihrer Herkunft ein Leben lang erhalten, oder sie werden gleich nach der Geburt von ihren Eltern verstoßen. So mancher Patrizier hat auf seiner Türschwelle schon einen neugeborenen Halb-Rwang gefunden, den seine ehemalige Mätresse dort abgelegt hatte. Meistens werden diese unehelichen Kinder sogar im Haushalt aufgenommen und verbringen ihr Leben im Dienst der adeligen Familie ohne zu wissen, dass sie eigentlich mit ihr blutsverwandt sind. Doch auch die Kinder von Liebespaaren zwischen Rwang und Whenuern spüren das Stigma ihrer Herkunft. Eine Beziehung zwischen Rwang und Whenuer gilt für beide Völker als ungebührend und sehr oft zahlen die Kinder den Preis für die Liebe zwischen ihren Eltern. Das ist auch der Grund, warum viele Mischlinge versuchen, ihre Herkunft zu verbergen. Mitunter ist das Aufgrund von Hautfarbe oder Haarbeschaffenheit nicht leicht möglich, doch die meisten Mischlinge nehmen große Strapazen auf sich, um ihre Herkunft zu vertuschen. Kaum einer steht offen dazu. Diejenigen, die es tun, gehen dann aber oft den ganz anderen Weg und lassen sich das Gesicht tätowieren.

Sprache: Rwang

Wir verwenden die Sprache der Maori, der Ureinwohner Neuseelands. Natürlich gibt es innerhalb der Rwang viele Dialekte und regionale Unterschiede in der Sprache. Doch für Rwang Spieler ist es sicher interessant, einige Phrasen und Wörter zu kennen, mit denen man sich untereinander verständigen kann, falls man einen anderen Rwang-Spieler trifft.

Zur Aussprache: die Maori sprechen „ng“ sehr weich, beinahe als „nj“. „wh“ wird als „fh“ gesprochen. Darum würde ein Maori/Rwang das Wort „Whenua“ als „Fhenua“ aussprechen. Alle Wörter haben nur eine Einzahl. Die Mehrzahl wird durch das Wort „Nga“ (Sprich: „nja“) – dt. „viele“ ausgedrückt.

Heki – das Ei

Nga heki – die Eier (wörtl. „Viele Ei“)

Maori - Deutsch

Ahi - Feuer

Ao - Wolke

Ara - Weg oder Strasse

Aroha - Liebe

Awa - Fluss oder Tal

haere mai - willkommen

Haka - Tanz

Hangi - Traditionelles Mahl, gekocht in einem Erdofen

Hau - Wind

Hui - Treffen, Versammlung oder Konferenz

Ika - Fisch

Iti - klein

Kai - Essen

Kainga - Dorf oder Siedlung

Karakia - Betende/r

Karanga - Aufforderung für den Besucher, das marae zu betreten

Kaumatua – älteres Stammesmitglied

Kia Ora – Hallo! (flüssig gesprochen: kiora! )

Mana - Status, Achtung, Prestige oder Autorität

Manaia – hier: Kunstwerk, meistens eine Schnitzerei

Manga - Zweig, Bach oder Nebenfluss

Manu - Vogel

Marae - Heiliger Boden rund um das Versammlungshaus

Mata - Landspitze

Maunga - Berg

Moana – Meer oder See

Moko - Gesichts-Tatoos

Motu - Insel

Muri - Ende

Mutu - Ende, beendet

Namu - Sandfliege

Nui - groß

O - Der Platz für/von

Pa - befestigtes Dorf

Pakeha – jemand von einem anderen Volk

Poi - Kugeln an Stricken, die von den Frauen zum Tanzen genutzt werden

Powhiri - Willkommenszeremonie in einem marae

Puke - Berg

Puku - Magen

Puna - Quelle oder Wasser

Rangi - Himmel

Riu - Tal

Roa - lang

Roto - See

Rua – die Zahl “zwei” oder Loch

Tahi - eins, einzel

Taiaha - langer Speer

Tane - Mann

Taonga - Heiliger Gegenstand

Tapu - heilig oder verboten

Te - der/die/das

Te Reo - die Sprache

Tiki – Anhänger

Tomo - Höhle

Wahine - Frau

Wai - Wasser

Waiata - Sprechchöre, Gesang

Waka - Kanu

Wero - Herausforderung

Whanau - Verwandschaft (erweiterte Familie)

Whanga - Bucht oder Meeresarm

Whare - Haus

Whenua - Land oder Staat

Mehr findet ihr hier: http://www.learningmedia.co.nz/ngata

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